Freie Demokraten: Deutlich mehr Straftaten und Polizeieinsätze rund um den Bruchsaler Bahnhof

Bis Juli 2016 gab es fast so viele Polizeieinsätze rund um den Bahnhof wie 2015 / FDP fordert sofortige Umsetzung ihres Sicherheitskonzepts

Bruchsal. „Wir fühlen uns mehr als bestätigt. Nun zeigt auch das Innenministerium offiziell, dass es in Bruchsal rund um den Bahnhof offenbar größere Probleme gibt als bislang von verschiedenen Entscheidungsträgern zugegeben“, sagte FDP-Regionalverbandsmitglied Dr. Christian Jung. Er hatte den früheren Justizminister und FDP-Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Ulrich Goll gebeten, beim Innenministerium mit einer offiziellen Landtagsanfrage für Baden-Württemberg und speziell für den Bruchsaler Bahnhof nachzuhaken, wie hoch die Zahl der aktuellen Polizeieinsätze an den Bahnhöfen im Südwesten seien (Landtagsdrucksache 16/335).

Ohne die von der Bundespolizei im direkten Bahnhofsbereich aufgenommenen Straftaten gab es 2014 nach Mitteilung des Ministeriums noch 80 Straftaten in der „Tatörtlichkeit“ Bahnhof mit einer Aufklärungsquote von 41,3 Prozent. 2015 waren es schon 108 Straftaten bei einer Aufklärungsquote von 41,7 Prozent. Dunkelziffern von Straftaten (wie Belästigungen) umfasst die Statistik nicht. Folgende Passage zeigt für Christian Jung den seit Monaten angemahnten Handlungsbedarf für mehr Sicherheit rund um den Bruchsaler Bahnhof: „Seit dem Jahr 2014 ist ein Anstieg unterschiedlicher polizeilicher Einsatzanlässe festzustellen. Für die Bereiche Bahnhof, Bahnhofsplatz und Bahnhofstraße Bruchsal waren im gesamten Jahr 2015 noch 120 Vorkommnisse zu verzeichnen. Mit Stand von Ende Juli sind für das Jahr 2016 bereits 110 Vorkommisse (jeweils ohne Verkehrsunfälle und Verkehrsstraftaten) erfasst.“

Dieser Anstieg der Polizeieinsätze in einem eingegrenzten Gebiet in und rund um den Bruchsaler Bahnhof zeigt für Jung deutlich, dass nun das Bruchsaler Polizeirevier von 72 auf 85 Beamte verstärkt werden muss. Die Freien Demokraten hatten dazu Mitte August 2016 ein ausführliches Sicherheitskonzept vorgelegt. In diesem wird unter anderem eine Videoüberwachung für den Bruchsaler Bahnhof durch die Deutsche Bahn, mehr Streifen von Bundespolizei und DB Sicherheit sowie eine Professionalisierung des Bruchsaler Ordnungsamts gefordert. Die FDP will nun mit weiteren Aktionen und Veranstaltungen an dem Thema dran bleiben. Am 2. September 2016 (13.00 Uhr) treffen sich die Bruchsaler Freien Demokraten beispielsweise mit dem neuen Bruchsaler Bürgermeister Andreas Glaser vor dem Bruchsaler Bahnhof, um ihm das FDP-Sicherheitskonzept vor Ort vorzustellen. Dieses ist abrufbar unter http://fdp-karlsruhe-land.de/freie-demokraten-stellen-eigenes-sicherheitskonzept-fuer-den-bruchsaler-bahnhof-und-sein-umfeld-vor.

In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für Baden-Württemberg kann unter der Rubrik „Tatörtlichkeit“ mit dem Katalogbegriff Bahnhof recherchiert werden. Danach werden der Bahnhofsbereich einschließlich dessen Gebäude und Bahnanlagen sowie dazugehörige Park-and-Ride-Anlagen erfasst. Von der Bundespolizei bearbeitete und statistisch erfasste Straftaten werden zwar in der PKS ausgewiesen, können jedoch mangels Erfassung nicht mit der Tatörtlichkeit Bahnhof ausgewertet werden. So wird im Weiteren ausschließlich auf die von der Polizei Baden-Württemberg bearbeiteten Straftaten mit der Tatörtlichkeit Bahnhof eingegangen.