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Freie Demokraten reagieren mit „Freude und Verwunderung“ auf CDU-Ortstermin mit Staatssekretär Enak Ferlemann in Karlsruhe-Hagsfeld

Vor Diskussionen über Güterzug-Neubaustrecke müssen Altstrecken optimiert werden

Stutensee/Bretten/Landkreis Karlsruhe. Mit „Freude und gleichzeitiger Verwunderung“ haben die Freien Demokraten auf einen CDU-Ortstermin mit dem Berliner Verkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann vor kurzem in Karlsruhe-Hagsfeld reagiert. „Es freut uns, dass sich nun neben der FDP auch wieder die CDU mehr den Herausforderungen des Schienengüterverkehrs in der Region Karlsruhe widmet. Das begrüßen wir ausdrücklich“, sagte Regionalverbandsmitglied und FDP-Bundestagskandidat Dr. Christian Jung (Karlsruhe-Land) nach drei Terminen zum Bahnlärm in Philippsburg, Stutensee und Bretten.

Wie hier bei einem Termin zum Bahn-Lärmschutz mit der stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (r.) Ende Mai 2017 in Philippsburg wirbt Regionalverbandsmitglied und FDP-Bundestagskandidat Dr. Christian Jung für eine durchdachte Güterzug-Planung und massiven Lärmschutz an den Altstrecken. (Foto: CB)
Wie hier bei einem Termin zum Bahn-Lärmschutz mit der stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (r.) Ende Mai 2017 in Philippsburg wirbt Regionalverbandsmitglied und FDP-Bundestagskandidat Dr. Christian Jung für eine durchdachte Güterzug-Planung und massiven Lärmschutz an den Altstrecken. (Foto: CB)

Erfreulich sei, dass Staatssekretär Ferlemann den anwesenden Bürgern in Hagsfeld einen umfassenden Lärmschutz zugesagt habe. „Ich gehe davon aus, dass diese Zusage dann für alle Altstrecken in der Region Karlsruhe gilt, die gerade eine massive Zunahme an Güterzügen auch in den Nachstunden zu verzeichnen haben“, betonte Jung, der auf Infrastruktur-Maßnahmen im Bahnbereich spezialisiert ist.

Einige getroffene Äußerungen von CDU-Bundestagabgeordneten Ingo Wellenreuther und Staatssekretär Enak Ferlemann zu Ausbauplanungen rund um Karlsruhe und Hagsfeld wie einer alternativen Trasse entlang der A5 verwundern Christian Jung dennoch. „Ich möchte niemand Unkenntnis oder Aktionismus vorwerfen, aber die Bundesregierung und die Deutsche Bahn haben bisher keine genauen Pläne veröffentlicht, wie sie eine Kapazitätserweiterung von Güterzügen in unserer Region erreichen wollen. Es gibt nur eine Korridorplanung ohne Festlegungen, so dass der prognostizierte Anstieg der Güterzüge über die Altstrecken abgewickelt werden muss“, sagte Jung.

Der FDP-Politiker rechnet nicht damit, dass vor 2035 eine Neubaustrecke überhaupt realisiert werden kann. „Seit dem Staatsvertrag von Lugano 1996 zum Alpentransitverkehr haben die Verantwortlichen in der Verkehrspolitik geschlafen. Nun gibt es nette Vor-Ort-Termine der CDU, die nicht wirklich zielführend sind, da über die wirklich wichtigen Themen wie die sofortige Optimierung der Altstrecken mit Überholgleisen und ganzheitlichen Lärmschutzmaßnahmen nicht gesprochen wird“, betonte Jung, der zusammen mit den Freien Demokraten in der Region seit langem Vorschläge macht, wie das „Güterzug-Problem“ sinnvoll gelöst werden kann. Die Altstrecken zwischen Graben-Neudorf – Stutensee – Karlsruhe und Graben-Neudorf – Bruchsal – Weingarten – Karlsruhe seien im Nadelöhr zwischen Frankfurt/Mannheim und Karlsruhe direkte Zulaufstrecken zur Alpenquerung des Gotthardt-Tunnels und weiteren zurzeit im Bau befindlichen Alpen-Tunneln.

Interessant ist dabei für Christian Jung, dass es zurzeit offenbar auch zu einer Kapazitätserweiterung von Güterzugleistungen auf der Strecke Graben-Neudorf – Bruchsal – Bretten – Mühlacker – Vaihingen/Enz vor allem in den Nachtstunden kommt, was für die Bevölkerung wegen des in der Regel fehlenden Lärmschutzes auf dieser Altstrecke ebenfalls problematisch ist. „Ich habe mir deshalb nochmals die alten Planunterlagen für die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart aus den 1970er/1980er-Jahren angeschaut, die auch für den Güterzugverkehr konzipiert und gebaut wurde. Die Frage stellt sich dabei ganz pragmatisch, ob man es nicht erreichen kann, dass in den Nachtstunden mehr Güterzüge ab Vaihingen/Enz bis Bruchsal/Hockenheim/Mannheim und umgekehrt auf der Schnellfahrstrecke verkehren und wie viele Züge dies im Moment wirklich sind“, schrieb Jung Ende Mai an den verkehrspolitischen Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion Jochen Haußmann MdL mit der Bitte um Prüfung. Alleine diese Maßnahme könnte zu einer spürbaren Entlastung der Menschen beim Bahnlärm rund um Bruchsal und Bretten führen.

Umfassender Bahn-Lärmschutz gefordert

Messaktionen der FDP in Graben-Neudorf, Bruchsal und Bretten: „Vor weiteren Planungen für Güterzugtrassen muss zuerst der Lärmschutz beachtet werden.“

Bahnlärm Bruchsal 27052015kDie Freien Demokraten FDP setzen sich im Landkreis Karlsruhe auf allen Bahnstrecken mit Güterzugverkehr für einen umfassenden Lärmschutz ein. Dieser wird von der FDP vor den weiteren Planungen zum Ausbau der Güterzugstrecken wie zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe eingefordert. Unser Bild zeigt FDP-Landtagskandidatin Carolin Holzmüller (Mitte/Wahlkreis Bretten) zusammen mit Simon Ohlig (links/Zweitkandidat Wahlkreis Bretten) und Dr. Christian Jung (rechts/Zweitkandidat Wahlkreis Bruchsal) in einem Bruchsaler Wohngebiet. (Foto: HZ)

Die Freien Demokraten FDP setzen sich im gesamten Landkreis Karlsruhe für einen umfassenden Lärmschutz rund um die Bahnstrecken mit Güterzuganteil ein. „Alleine auf der Rheinschiene soll es bis 2025 einen Anstieg auf über 300 bis zu 700 Meter lange Güterzüge mit bis zum 100 km/h Geschwindigkeit pro Tag geben. Deshalb will das Bundesverkehrsministerium auch die Strecke zwischen Philippsburg-Molzau – Graben-Neudorf – Karlsruhe sowie Karlsruhe – Durmersheim durch den Landkreis ausbauen“, sagte Dr. Christian Jung (Bruchsal) bei einer Messaktion der FDP zum Bahnlärm in Graben-Neudorf, Bruchsal und Bretten. Jung ist Mitglied der FDP/GfK-Fraktion in der Versammlung des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein und FDP-Zweitkandidat für die Landtagswahl 2016 im Wahlkreis Bruchsal. Umfassender Bahn-Lärmschutz gefordert weiterlesen