Umfassender Bahn-Lärmschutz gefordert

Messaktionen der FDP in Graben-Neudorf, Bruchsal und Bretten: „Vor weiteren Planungen für Güterzugtrassen muss zuerst der Lärmschutz beachtet werden.“

Bahnlärm Bruchsal 27052015kDie Freien Demokraten FDP setzen sich im Landkreis Karlsruhe auf allen Bahnstrecken mit Güterzugverkehr für einen umfassenden Lärmschutz ein. Dieser wird von der FDP vor den weiteren Planungen zum Ausbau der Güterzugstrecken wie zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe eingefordert. Unser Bild zeigt FDP-Landtagskandidatin Carolin Holzmüller (Mitte/Wahlkreis Bretten) zusammen mit Simon Ohlig (links/Zweitkandidat Wahlkreis Bretten) und Dr. Christian Jung (rechts/Zweitkandidat Wahlkreis Bruchsal) in einem Bruchsaler Wohngebiet. (Foto: HZ)

Die Freien Demokraten FDP setzen sich im gesamten Landkreis Karlsruhe für einen umfassenden Lärmschutz rund um die Bahnstrecken mit Güterzuganteil ein. „Alleine auf der Rheinschiene soll es bis 2025 einen Anstieg auf über 300 bis zu 700 Meter lange Güterzüge mit bis zum 100 km/h Geschwindigkeit pro Tag geben. Deshalb will das Bundesverkehrsministerium auch die Strecke zwischen Philippsburg-Molzau – Graben-Neudorf – Karlsruhe sowie Karlsruhe – Durmersheim durch den Landkreis ausbauen“, sagte Dr. Christian Jung (Bruchsal) bei einer Messaktion der FDP zum Bahnlärm in Graben-Neudorf, Bruchsal und Bretten. Jung ist Mitglied der FDP/GfK-Fraktion in der Versammlung des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein und FDP-Zweitkandidat für die Landtagswahl 2016 im Wahlkreis Bruchsal.

„Wir müssen realistisch sein. Die massive Zunahme der Güterzüge wird auch ohne die Ausbaumaßnahmen kommen, ob wir wollen oder nicht. Deshalb setzen wir uns entschieden für einen umfassenden Lärmschutz für die Anwohner an den betroffenen Strecken im gesamten Landkreis Karlsruhe ein“, sagte Jung, der genauso wie FDP-Landtagskandidatin Carolin Holzmüller aus Weingarten (Wahlkreis Bretten) und ihrem Zweitkandidaten Simon Ohlig (Kraichtal) prinzipiell begrüßt, wenn Güter nicht mit dem LKW, sondern auf der Schiene transportiert werden.

Bruchsal7kSchon jetzt sei aber beispielsweise auch in den Nachtstunden zwischen Bruchsal, Heidelsheim, Helmsheim, Gondelsheim und Bretten auf der vermeintlichen Güterzug-„Nebenstrecke“ in Richtung Mühlacker eine deutliche Zunahme an Fahrten von schweren Güterzügen feststellbar. „Wir haben direkt an den Strecken gemessen und haben auch im Abstand von 300 bis 400 Metern noch Dezibel-Zahlen wie in Bruchsal zwischen 60 und 75 Dezibel gemessen“, sagte Carolin Holzmüller, die das Lärmschutzproblem aus ihrer Heimatgemeinde Weingarten kennt, wo sie als Gemeinderätin tätig ist. „Wir brauchen auch wegen dieser Zunahme in den meisten betroffenen Gemeinden neue Lärmschutzmaßnahmen wie Wände an den Gleisanlagen. Nach Mitteilung von Jung gibt es bei bestehenden Strecken keinen Rechtsanspruch auf Einhaltung von Lärmgrenzwerten. „Bei Neuplanungen sieht dies anders aus. Deshalb werden wir hier jetzt schon aktiv!“ Er setzt zudem darauf, dass es in den Nachtstunden mehr Güterzugfahrten über die dann weniger befahrene Schnellbaustrecke in Richtung Stuttgart oder Mannheim gibt.

Auch für Simon Ohlig waren die Messungen der FDP sehr erhellend: „Am lautesten war ein vorbeifahrender TGV mit 92 Dezibel. Das Problem sind aber vor allem die langen und schweren Güterzüge, die über längere Zeit einen unglaublichen Lärm in verschiedenen Tonlagen verursachen. Dem müssen wir entgegentreten.“ Zwischen Graben-Neudorf, Bruchsal, Bretten und Mühlacker wird es zwischen Mitte September und Ende Oktober 2015 zudem einen echten Lärm-Stresstest für die Bevölkerung geben. Denn dann wird zeitweise wegen der Sanierung der Schnellbaustrecke Mannheim-Stuttgart auch der komplette Fernverkehr über diesen Streckenabschnitt umgeleitet.

Da das Eisenbahn-Bundesamt gerade alle Bürger in Deutschland gebeten hat, alle problematischen Bahnlärm-Gebiete zu melden, werden die Freien Demokraten nun alle erfassten Gebiete im Landkreis Karlsruhe melden. Jeder Bürger kann dies ebenfalls unter der Beteiligungsplattform https://www.laermaktionsplanung-schiene.de des Eisenbahn Bundesamts bis Ende Juni 2015 tun. Die FDP wird ihre Messergebnisse nun auch in die Arbeit des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein einbringen. Dieser beschäftigt sich schwerpunktmäßig zurzeit mit dem Güterzugverkehr und dessen Zunahme in der Region Karlsruhe.